Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) zählt mit ihrer mehr als 2000-jährigen Geschichte zu den ältesten kontinuierlich ausgeübten Heilmethoden. Sie umfasst folgende Therapieverfahren:

Akupunktur/Moxibustion

Chin. „Zen Jui“, Stechen und Wärmen, ist ein regulatives Verfahren, bei dem Akupunkturpunkte mit feinen Nadeln stimuliert oder mit Beifußkraut erwärmt werden (Moxibustion). Im nebenstehenden Bild erfolgt eine Stimulation von Milz 3 mittels Moxazigarre.

Chinesische Pharmakologie

Therapie mit Kräuterrezepturen

Diätik

Nahrungsmittel sind in der TCM unter anderem nach ihren Geschmacksrichtungen und ihrer energetischen Temperatur klassifiziert. Energetische Diätempfehlungen werden entweder zur Prophylaxe oder zur Begleitung einer Akupunktur- oder Kräutertherapie herangezogen.

Tui Na

Umfassende Massagetechniken zur Behandlung von Meridianen und Akupunkturpunkten nach den Regeln der TCM

Qi Gong

Qi Gong bedeutet Übung oder Arbeit (=Gong) mit dem Qi und wird in vielseitigen Formen ausgeübt. Das Qi, der Energiefluss im Menschen, wird durch ein Zusammenspiel von Atem und Bewegung sowie in Meditationsübungen reguliert. Qi Gong kann sowohl zur Krankheitsvorbeugung als auch in der Therapie angewandt werden.

Das Qi

Qi ist Lebensenergie, die den Körper in Leitbahnen (chin. „Jing Luo“) durchströmt. Die Leitbahnen, auch als Meridiane bekannt, sind eine Art funktionelles Netzwerk, das sich über die Körperoberfläche und im Körperinneren ausbreitet. Das Qi hat im Körper unterschiedliche Funktionen inne, so ist zum Beispiel die Blutzirkulation Aufgabe der Herzensenergie, die Nahrungsverarbeitung Aufgabe der Energie von Magen und Milz/Pankreas und das Öffnen und Schließen der Poren Aufgabe der Abwehrenergie (chin. „WeiQi“).

Yin und Yang

Alle Energieströme des Körpers und der Seele bewegen sich im Spannungsfeld zweier Pole: Yin und Yang, Erde und Himmel, Kälte und Hitze, innen und außen, Ruhe und Dynamik. Sind die Energieströme in ihrer Yin- und Yang-Bewegung ausgeglichen, so kann sich das Qi harmonisch zwischen oben und unten und in alle Richtungen ausbreiten, und der Körper ist im Gleichgewicht zwischen Hitze (Überfunktion, Beschleunigung) und Kälte (Unterfunktion, Verlangsamung). Unter diesem stetig erreichbaren Gleichgewicht wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin körperliche und seelische Gesundheit verstanden.

Die fünf Wandlungsphasen

Die Lebensenergie, die sich zwischen Yin (Nacht) und Yang (Tag) bewegt nimmt im Zyklus der Jahreszeiten unterschiedliche Ausdrucksformen an, die mit den fünf Wandlungsphasen (auch als fünf Elemente bekannt) beschrieben werden: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser.

So wie jede Jahreszeit einem ihr eigenen Klima und bestimmten Lichtverhältnissen unterliegt und Prozesse des Wachstums, der Blüte, der Reifung, des Welkens und des Verfaulens hervorbringt, so unterliegt auch der Mikrokosmos des Menschen diesen energetischen Zyklen, die im Krankheitsfall nicht mehr ungehindert ablaufen können. Jedem „Element“ entspricht ein energetisches Zentrum im Körper, das spezifische energetische Aufgaben erfüllt:

Leber und Gallenblase = Holz,

Herz und Dünndarm = Feuer,

Magen und Milz/Pankreas = Erde,

Lunge und Dickdarm = Metall,

Niere und Blase = Wasser.

Jede Wandlungsphase hat ihre Leitbahnen und ihre Akupunkturpunkte.

Diagnostik

Die TCM ist ein von der Diagnose bis zur Therapie eigenständiges und in sich schlüssiges System. Es gründet auf der Vorstellung, dass alle Lebensprozesse in der Natur und im menschlichen Körper Ausdruck von sich wandelnder Energie sind:

Himmel (kosmische Einflüsse), Mensch und Erde (Natur) unterliegen in stetig wiederkehrenden Zyklen (Epochen, Jahres-, Tages- und Nachtzeiten, Mondphasen) einem fortwährenden Wandel. Aus intensiven Naturbeobachtungen entstanden bereits im Chinesischen Altertum die Vorstellungen von „Qi, Yin und Yang“, mit denen der Wandel von Energie in Materie und umgekehrt beschrieben werden konnte.

Die einzelnen Symptome einer akuten Erkrankung (z.B. heftiger Kopfschmerz mit rotem Gesicht) sowie das Beschwerdebild werden in der TCM als Ausdruck eines energetischen Ungleichgewichts zwischen Yin und Yang und den Zyklen der fünf Wandlungsphasen betrachtet (hier: Yang-Fülle im Kopfbereich), das es in seiner gesamten Dimension und seinen Ursachen zu erfassen gilt. Dazu bedarf es eines ausführlichen Gesprächs (Anamnese), dem sich die Tastung der Pulse sowie die Diagnostik der Zunge anschließt.

Aufgrund der gestellten Diagnose wird über die Therapie entschieden.